Kann man sich am 17. Januar noch ein gutes neues Jahr wünschen? Stehen wir mental noch am Anfang oder stecken wir schon mittendrin im Alltag und im Weltgeschehen? Das Winterwochenende letzte Woche hat die Zeit gefühlt noch einmal angehalten. Weihnachtsbaum-Abhol-Aktionen wurden um eine Woche verschoben. Für mich fühlt sich das an wie eine Schonfrist, den Anfang des neuen Jahres ein paar Tage länger auszukosten.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schreibt Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“. Wie ein neues Jahr, das scheinbar noch mit weißen Seiten darauf wartet, neu beschrieben zu werden. Spannend, aufregend, voller neuer Möglichkeiten. Gleichzeitig sehe ich erschrocken, wie sich die Kalenderseiten rasend schnell wieder füllen. Aufgaben, Termine und Anforderungen warten, vieles erscheint herausfordernd, manches macht vielleicht Angst. Dazu kommen Ungewissheiten: Bleibe ich gesund? Und was ist mit denen, die ich liebe? Wie geht es weiter mit Schule, Ausbildung, Berufsleben, Beziehungen, Politik, Gesellschaft? Was kommt auf mich und uns zu? Wird es ein „gutes“ und „frohes“ neues Jahr? Zwei Sätze aus der Bibel machen mir Mut. Gott sagt: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir“ (Jesaja 41,10). Und Jesus Christus sagt: „Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende“ (Offenbarung 21,6). Wenn Gott das erste und das letzte Wort hat und ist, wenn er jeden Tag bei mir ist, kann ich gelassener in das neue Jahr und jeden neuen Tag gehen. Diese Zusage schenkt mir Mut, Neues zu wagen, Herausforderungen anzunehmen und darauf zu vertrauen, dass Gott auch im Unbekannten an meiner Seite bleibt.

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