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12.05.2026 Kategorie: Angedacht

Gesangswunder

Loblieder in dunklen Stunden

Wir befinden uns ungefähr im Jahre 50 nach Christus. Paulus und Silas waren im Osten Griechenlands unterwegs und predigten von der wunderbaren Gnade Gottes. Damit machten sie sich Feinde. Man verprügelte die beiden und sperrte sie in den Hochsicherheitsbereich des Gefängnisses ein. Wir hätten verstanden, wenn die beiden jetzt richtig sauer gewesen wären auf Gott und gefragt hätten: Gott, wie kannst du das nur zulassen? Wir sind hier unterwegs im Namen des Herrn und du lässt uns hier hängen?

Wir hätten es den beiden nicht übelgenommen, wenn sie nun richtig geschmollt und ein Klagelied angestimmt hätten. Aber sie klagen nicht wehleidig über die Last, die sie zu tragen haben. Obwohl geschlagen und gefangen, geraten sie nicht ins Jammern. Das ist das erste Wunder unserer Geschichte. Sie hätten jammern können. Sie hätten klagen können. Sie hätten Gott um Hilfe bitten können. Aber sie tun etwas ganz anderes.

Um 0.00 Uhr, wenn andere vor der Geisterstunde zittern, hielten Paulus und Silas eine Gesangsstunde, die das Gefängnis erzittern ließ. Sie beteten und lobten Gott. Die beiden gingen richtig ab und gröhlten ihr Gotteslob in die Nacht. Sie wissen: Gott ist größer als alle Gefängnisse dieser Welt; größer als die größten Probleme dieser Welt; größer als die miese Situation, in der wir gerade stecken. Gott ist noch viel größer als meine Sorgen, meine Fragen, meine Ängste, größer als mein Versagen und größer als alles, was mich fertig machen will. Gott ist Realität und Gott hat die Macht. Er ist es, der das letzte Wort über diese Welt und über unser Leben sprechen wird. Und deshalb wird mein Leben richtig, wenn ich diesem Gott vertraue und ihm mein Leben in seine Hände lege. Auch meine Sorgen, auch meine Warums, auch meine Hoffnungen und Träume. Gott kann helfen, immer, auch bei dir. Auf diesen Gott vertrauen die beiden und singen los.

Dann geschieht das Wunder Nummer 2: Lieder, die die Erde zittern ließen. Gott schickt ein Erdbeben, das ganze Gefängnis wird geschüttelt, die Türen gehen auf und die Fesseln fallen ab. Ein irres Wunder, anders kann man es wohl nicht nennen. Singen setzt die Seele in Bewegung, hier sogar die Erde. Lieder, die die Erde beben ließen, und offene Gefängniszellen, die den Aufseher zittern ließen. Ja, der Aufseher. Ein richtiger Hundertprozenter. Lebt nur für den Job, reibt sich dafür auf, nimmt es ganz genau. Er schreckt aus seinem Schlaf hoch, als die Erde zittert, und bekommt nun selbst das große Zittern, weil die Gefängnistüren offenstehen.  Weil er denkt, dass alle geflohen sind, will er sich das Leben nehmen. Aber Paulus ruft: Stopp! Tu dir nichts an, wir sind alle noch hier! Da schnappt sich der Aufseher eine Fackel und rennt los in den Hochsicherheitstrakt. Paulus und Silas sind noch da. Aber sie sind frei. Und der Gefängnisdirektor erkennt: Der, der eigentlich gefangen war, war ich. Der, der Befreiung braucht, bin ich. Der, der Rettung nötig hat, bin ich. Schlagartig wird ihm klar, dass er Gott braucht, dass er Rettung braucht, eine Rettung für sein Leben. Das ist das Wunder Nr. 3. Und so fragt er die beiden: Was muss ich tun, dass ich gerettet werde?  Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus und vertraue ihm, so wirst du und deine ganze Familie selig! So einfach wird ein Mensch gerettet. So einfach bekommt man Gottes Liebe und Gnade für sein Leben geschenkt: Jesus glauben und ihm vertrauen, so wie Kinder ihren Eltern vertrauen. Mehr muss nicht sein. Das ist schon alles. Und der Aufseher ergreift die Chance seines Lebens, lädt die beiden ein zu sich nach Hause, versorgt ihre Wunden, lässt den Tisch decken und ein kleines Mitternachtsbuffet auffahren.

Dann lassen sich alle taufen, weil auch sie zu Jesus gehören wollen: Der Aufseher, seine Frau und Kinder, alle, die bei ihm wohnten und arbeiteten. Und alle waren happy, dass sie zum Glauben an Gott gekommen waren. Und das alles, weil Paulus und Silas nicht den Kopf hängen gelassen haben, sondern Gott auch in dunklen Stunden vertraut und ihm Loblieder gesungen haben. Diesen Gott dürfen auch wir loben und ihn anbeten heute und an jedem Tag, den er uns noch schenkt.

Foto: ChandraK Pradhan / www.pixabay.com

Beitrag von Frank Wesemann